Bitcoin Aktie

Bitcoin Aktie kaufen: Das ist der Unterschied zur Bitcoin-Währung

Wer in Bitcoin investieren will, stößt schnell auf die Möglichkeit, die sogenannte Bitcoin Aktie zu kaufen. Diese kann jedoch nicht mit der Kryptowährung Bitcoin gleichgesetzt werden – wir erklären euch den Unterschied.

Bitcoin Aktie ist nicht gleich Bitcoin

Eine Bitcoin Aktie im eigentlichen Sinne existiert nicht. Allerdings gibt es Aktiengesellschaften, die in direktem Zusammenhang zum Krypto-Sektor stehen. So stoßen Anleger auf ihrer Suche hierzulande beim Suchbegriff „Bitcoin Aktie kaufen“ auf den Aktienkurs der Bitcoin Group SE, die ihren Firmensitz im nordrhein-westfälischen Herford hat. Der Technologie-Entwickler betreibt unter anderem ein Onlineportal zum Thema Bitcoin, hat ansonsten jedoch keinen direkten Bezug zu der Kryptowährung Bitcoin.

Diese Branchen profitieren von Bitcoin

Auch international gibt es diverse „Bitcoin Aktien“, wobei mit dem Terminus im Normalfall gemeint ist, dass die Aktiengesellschaften am boomenden Krypto-Markt tätig sind. Vielfach handelt es sich um sogenannte Fintech-Unternehmen und damit um Firmen, die beispielsweise digitale Geldbörsen („Wallets“) oder auch Chips für das Mining von Coins anbieten. Chiphersteller gelten in der Szene der „Miner“ als wichtige Adressen. Ihre Aktien profitieren deshalb mitunter vom Krypto-Boom.

Anleger mit Interesse am großen Ganzen und Zusammenhängen mit der Krypto-Branche, können somit durchaus in gewisser Weise durch den Kauf von Aktien in diesem Segment vom Bitcoin-Boom profitieren. Viele Branchen springen auf den Bitcoin-Zug auf. Einige Branchen, in denen möglicherweise Aktien-Chancen lauern, möchten wir an dieser Stelle zusammenfassen:

  • „Mining“-Unternehmen
  • Wallet-Dienstleister
  • Chip-, Grafikkarten- und Prozessorhersteller
  • Unternehmen, die Waren/Dienstleistungen auf Blockchain-Basis anbieten
  • virtuelle Wechselstuben/Handelsbörsen

Noch fällt die Auswahl nicht unbedingt groß aus. In Zukunft aber, da sind sich Experten sicher, wird es viele Aktien geben, deren Herausgeber Produkte und Dienstleistungen im direkten Bitcoin-Zusammenhang anbieten.

Darum kann man keine echte Bitcoin Aktie kaufen

Dass die Suche nach einer „echten“ Bitcoin Aktie ins Leere führt, hat einen guten Grund: Hinter einer Aktie steht zwangsläufig eine Aktiengesellschaft. Und ein solches Unternehmen zeichnet sich durch fundamentale Daten wie Eigenkapital, Umsätze, Gewinne und letztlich auch Rechte und Pflichten aus. Das System hinter der ersten großen Kryptowährung zeichnet sich hingegen explizit dadurch aus, dass es ohne eine zentrale Instanz sowie der Regulierungen und Kontrollen durch Behörden und Aufsichtsbehörden auskommt. Es gibt einfach nicht DAS Bitcoin-Unternehmen, das an den internationalen Börsen durchstarten könnte.

Transaktionen im Bitcoin-Universum erfolgen anonym und ohne externe Zugriffe. Das System wird dezentral durch ein Netzwerk von Minern administriert, welche Transaktionen prüfen, abwickeln und dokumentieren. Im Rahmen dieser Tätigkeit generieren Miner neue Coins, welche als Bezahlung ihrer Leistung fungieren. Also auch hierfür wird keine zentrale Instanz benötigt welche einen Umsatz erzielt und damit die Administration der Transaktionen bezahlt.

Wie wir gesehen haben, unterscheidet sich das Konzept des Bitcoin drastisch von einem Unternehmen nach dem herkömmlichen Verständnis. Betrachtet man jedoch die Kursentwicklung des Bitcoin und die Mechanismen dahinter, so gibt es durchaus Parallelen zu anderen Währungen oder auch Aktien.

Schaut man sich die Einflüsse auf den Bitcoin-Kurs genau an, zeigen sich  einige Faktoren welche in ähnlicher Weise auch den Aktienmarkt und Devisenmarkt beeinflussen.

Wichtige Faktoren mit Einfluss auf den Bitcoin-Preis

  1. In erster Linie ist die klassische Wechselwirkung von Angebot und Nachfrage zu nennen, die den Bitcoin Kurs steigen oder fallen lässt. Weitere potentielle Kurseinflüsse sind:
  2. Nachrichten zu möglichen Verboten in den Medien
  3. Berichte über Regulierungs-Vorhaben von staatlicher Seite
  4. steigende Akzeptanz im Online-Handel und der “realen Welt”
  5. technische Probleme innerhalb der Blockchain
  6. Anerkennung als offizielles Zahlungsmittel (→ Beispiel Japan u.a.)

Dass der Bitcoin nicht nur im WWW verstärkt als Zahlungsmittel akzeptiert wird und auch Händler außerhalb der virtuellen Welt (z. B. Hotels, Reiseunternehmen) die Kryptowährung zunehmend für Zahlungen zulassen, holt die Währung langsam aber sicher aus der bisherigen Grauzone. Nichtsdestotrotz fehlt es den Kryptocoins insgesamt an offizieller Anerkennung als Alternative zum Fiatgeld. Dass es bisher an einer staatlichen Regulierung fehlt, ist Vor- und Nachteil zugleich. Sollten andere Staaten dem Vorbild der Schweiz folgen, könnte sich dies durch mehr Sicherheit und Transparenz positiv auf den Bitcoin-Kurs auswirken. Die Schweiz erkennt den Bitcoin inzwischen zum Teil als Zahlungsmittel in Behörden an und hat zwischenzeitlich auch Vorgaben zur steuerrechtlichen Einordnung digitaler Währungen erarbeitet. Verbote, wie sie zuletzt in Südkorea drohen, könnten erhebliche Einbrüche des Bitcoin-Kurses nach sich ziehen.

Stärkere Schwankungen als Aktien – Bitcoin besonders volatil

Es zeigt sich also, dass es mehr Bitcoin-Aktien-Ähnlichkeiten gibt, als mancher Laie zunächst vermuten mag. Richtig ist ebenfalls: Auch wenn viele User die Kryptowährungen gerade wegen der fehlenden institutionellen Regulierung bevorzugen, wären Regulierungen und eine damit verbundene Anerkennung durch Staaten nicht ausschließlich negativ. Eine umfassende Anerkennung als Zahlungsmethode könnte dem Bitcoin-Kurs erneut zu Höhenflügen verhelfen. Die Anonymität jedoch würde vermutlich darunter leiden. Gesehen haben wir, dass es zwar keine Bitcoin Aktie gibt, wenngleich sich der Kurs durch wichtige wirtschaftliche oder politische Entscheidungen in Aktien-ähnlicher Weise entwickeln kann.

Matthias Nemack

Matthias Nemack

Matthias ist Blogger im Coinauten-Netzwerk und besonders in den Bereichen News, ICOs sowie Handels- und Investitionsmöglichkeiten aktiv. Mit einer langjährigen Erfahrung als Redakteur und Texter, mit Schwerpunkten in den Bereichen Finanzen und Versicherungen, ist er Experte für klassische Geldanlagen, Trading, Kryptowährungen und innovative Fintech-Technologien.
Matthias Nemack

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